Unterdessen streichen skrupellose Leute häufig problemlos große Gewinne ein. Einen alten Baumbestand zu schützen, ist langfristig von Nutzen, doch die Rodung des Waldes beschert einem Unternehmen gewaltige Einnahmen – und das unmittelbar. Besitzt jedes Kind eine Schulbildung, profitieren wir auf lange Sicht alle davon; wenn Kinder in einem Sweatshop arbeiten, bereichert sich der Fabrikbesitzer. Wir Kritiker wissen oft nicht, wie wir die Habgierigen aufhalten sollen.
Aber wir müssen unbedingt ihre üblen Machenschaften verhindern und das Gemeinwohl schützen. Wir können die Welt nicht verändern, wenn wir gefährliche Menschen nicht davon abhalten, unseren Planeten zu zerstören. Genau das ist die Aufgabe der Politik.
Dabei ist es gar nicht so einfach, mit politischen Maßnahmen den gewünschten Effekt zu erzielen. Wir müssen aufzeigen, wie eine bessere Zukunft aussehen könnte, und uns mit anderen zusammenschließen, um die Voraussetzungen für diese Zukunft zu schaffen. Wir müssen neue Ideen präsentieren und mit Menschen in Verbindung treten, die sich voller Eifer für ihre Umsetzung engagieren. Dazu gehören Transparenz, die Wahl der besten Politiker und dass wir Staatschefs zur Verantwortung ziehen, die unmoralisch handeln. Wir müssen demokratische Prinzipien verbreiten und schützen.
Das wird nicht leicht. Wie schon der Fürsprecher der Sklavenbefreiung Frederick Douglass wusste, weicht die Macht kampflos keinen Fußbreit zurück. Die wenigen mächtigen Männer, die von Unterdrückung und Ausbeutung profitieren, werden sich mit allen Mitteln wehren. Reiche Interessengruppen versuchen, bestehende politische Systeme zu korrumpieren. Demagogen schüchtern die Menschen mit Hass und Angst ein. In vieler Hinsicht sieht es schlecht aus für die Reformer.
Aber manche Entwicklung lässt auch die leise Hoffnung aufkeimen, dass unsere Anliegen gehört werden und unser Handeln Wirkung zeigt. Den Bürgern standen noch nie so viele Werkzeuge zur Verfügung. Die Informationstechnologie hat es den Menschen, die Zugang dazu haben, erheblich erleichtert, sich nicht nur gegen Ungerechtigkeit auszusprechen, sondern auch andere mit einem gemeinsamen Anliegen zu finden und sich mit ihnen zusammenzuschließen. Wir können auf bessere Modelle als je zuvor für eine effektive Arbeit in Bürgerinitiativen und für die Mobilisierung anderer zurückgreifen. Wir wissen, wie man sinnvolle, staatsbürgerliche Diskussionen anstößt, Visionen effektiver verfolgt und in eine bessere Politik umsetzt. Wir kennen neue Methoden für den Kampf gegen Korruption und die Öffnung der Regierungen durch die Mitarbeit von engagierten Bürgern. Wir lernen sogar, wie wir gemeinsam Menschenrechtsaktivisten schützen, Kriege verhindern, Diktatoren zur Rede stellen und Frieden aufbauen.
Das Beste daran ist: Wir sind nicht allein. Auf der ganzen Welt wächst eine neue Generation aus Millionen von Weltverbesserern heran und nimmt untereinander Verbindung auf. Die stärkste Macht auf Erden ist weder eine Armee noch eine Polizeitruppe. Wir sind es selbst, die die drohenden Gefahren und die sich bietenden Möglichkeiten erkannt haben. Wir sind überall. Alle Nationen, Rassen und Religionen kämpfen für die gleiche Zukunft, in der Demokratie, Transparenz, Menschenrechte und Frieden herrschen. Wenn wir effektiv zusammenarbeiten, können wir es schaffen.


