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Montag, 19. Mai 2008 09:09 Uhr
Kategorie: WorldChanging

Von: AS/© KNESEBECK VERLAG

WorldChanging: Gesellschaft

Viele Gesellschaften sind stetig wachsenden Belastungen ausgesetzt. In armen Ländern wird das Leben durch extreme Armut, Unterdrückung, ungerechte Ressourcenverteilung, gescheiterte Bildungssysteme und Krankheiten wie Aids zu einem täglichen Kampf ums Überleben.

WorldChanging

Selbst in wohlhabenden Regionen wird es zunehmend schwieriger, füreinander zu sorgen, Kinder zu erziehen und Hilfsbedürftige zu unterstützen. Dabei sind die Unterschiede zwischen armen und reichen Gemeinschaften längst nicht so groß, wie wir manchmal meinen. Städte und Gemeinden in »entwickelten« Regionen müssen sich mit Stadtvierteln oder Gesellschaftsschichten auseinandersetzen, in denen soziale Verwahrlosung, hohe Kindersterblichkeit, Arbeitslosigkeit, mangelnde Bildung, Obdachlosigkeit und die damit verbundenen Folgen zu finden sind. Umgekehrt gibt es in Kommunen in weniger entwickelten, armen Ländern immer auch Privilegierte, die in der Welt der Hochfinanz und des Überflusses teilhaben.

 

Diese allgegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme werden nur durch die gesamte Gemeinschaft gelöst. Die verschiedensten Gesellschaftsschichten müssen zusammenarbeiten, die Probleme ganzheitlich betrachten und Lösungen erarbeiten, die an den Wurzeln ansetzen.

 

Darüber hinaus brauchen wir weltweite Vereinbarungen und Verpflichtungen, um die globalen Probleme zu lösen: Hunger und extreme Armut, Analphabetismus und Krankheiten wie Aids – sie alle werden ohne Beteiligung der globalen Gemeinschaft nicht gelöst. Regierungen und internationale Netzwerke müssen mit allen Mitteln und in allen Bereichen kooperieren. Dennoch dürfen keine Entscheidungen getroffen werden, ohne die jeweils Betroffenen einzubinden und ihre kulturellen und sozialen Bedürfnisse zu respektieren.

 

Ein vielversprechender Schritt in die richtige Richtung sind dabei die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die nach Lösungen streben, wie die elementaren Bedürfnisse eines jeden Menschen auf dem Planeten befriedigt werden können. Sie formulieren Programme und Handlungsanweisungen, wie die extreme Armut beendet und die Hungerleidenden ernährt werden könnten. Sie schlagen Maßnahmen vor, um die Emanzipation von Frauen zu fördern und den Mutterschutz zu verbessern. Aids, Malaria und andere Epidemien sollen bekämpft, die Umwelt geschützt und erhalten werden. Ein weiteres Ziel ist die Schulbildung und medizinische Versorgung aller Kinder.

 

All diese Ziele sind alles andere als perfekt ausformuliert, und die Umsetzung gestaltet sich schwierig. Kritiker weisen zu Recht darauf hin, dass die Betonung auf der Hilfe für die Armen liegt und Hinweise zum Schutz der Menschenrechte, zum Aufbau von Demokratie oder zum Ausgleich der grundlegenden Ungerechtigkeiten in unseren Wirtschaftssystemen nur spärlich vorkommen. Aber die Millenniums-Entwicklungsziele sind richtungsweisend und geben Leitlinien vor, an denen die Fortschritte gemessen werden können.

 

Viele bemängeln, dass die Zielvorgaben der Vereinten Nationen nicht ambitioniert seien oder andere Methoden und Programme wirkungsvoller wären, die sich stärker auf die grundlegenden ökonomischen Rechte und Möglichkeiten der Menschen konzentrieren sollten, um ihnen zum Beispiel über Kleinkredite den Aufbau einer eigenen Existenz zu ermöglichen. Kritiker sind der Meinung, dass so die Armut und Ungerechtigkeit in der Welt völlig abgeschafft werden könnte. Neue, kollaborative Modelle in der Forschung und medizinischen Versorgung könnten sinnvolle Lösungsansätze gerade für die Nationen auf der Südhalbkugel sein. Der Tag, an dem wir imstande sein werden, aufkeimende neue Epidemien schon im Ansatz zu ersticken, wird herbeigesehnt.


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