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Montag, 20. Juli 2009 10:01 Uhr
Kategorie: Klima Leben, TopThema, WorldChanging

Von: AS, DOE/© KNESEBECK VERLAG

WorldChanging: Business

Die Wirtschaft ist der zentrale Motor für gesellschaftliche Veränderungen. Sie erfasst alle Lebensbereiche. Kein Unternehmen ist »Selbstzweck«. Ob Reiseveranstalter oder Handelshaus, Versicherungsgesellschaft oder Spielzeughersteller, Handwerk oder Restaurantkette – jedes Unternehmen bedient ein spezielles Bedürfnis des Menschen.

WorldChanging

So unterschiedlich die Bedürfnisse innerhalb der Bevölkerung auch jeweils sein mögen, es ist immer der Mensch, der im Mittelpunkt des unternehmerischen Strebens steht.

 

Aber an der Art, wie wir gegenwärtig Märkte strukturieren und Konzerne leiten, lässt sich so manches aussetzen. Die Unter- nehmen, für die wir arbeiten, die Dinge, die wir herstellen, die Produkte, die wir kaufen – ein großer Teil davon trägt dazu bei, Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu zementieren, den Planeten zu verschmutzen, das soziale Gefüge zu schwächen. Die wenigsten von uns wollen das wirklich, aber den meisten sinkt angesichts der großen und komplexen Institutionen der Mut, auf Veränderungen hinzuarbeiten.

 

Dabei muss Wirtschaft keineswegs zerstörerisch sein. Im Kern dreht sich Wirtschaft um den Lebensunterhalt und Dienstleistungen. Indem Unternehmen das anbieten, was andere brauchen, erzielen sie nicht nur Gewinne, sondern auch ihren Status in der Gesellschaft. Immer mehr Menschen, von Konzernchefs und Wirtschaftsexperten bis hin zu Verbrauchern und Kleinanlegern, erkennen zunehmend, dass eine Neugestaltung der Wirtschaft wirklich dem Gemeinwohl dienen kann – und sich dabei auch Geld verdienen lässt. Wir können Unternehmen gründen, die Nachhaltigkeit, Offenheit und Fairness nicht als Nebeneffekt ethischer Überlegungen übernehmen, sondern als Weg zum Profit. Tatsächlich sind Millionen Menschen an den Bemühungen beteiligt, einen Gewinn durch die Sanierung unseres Planeten zu erwirtschaften.

 

Der relative Erfolg dieser »grünen« Unternehmer hat großen Einfluss auf unsere Zukunft. Allmählich nehmen wir das Ausmaß der globalen Herausforderungen wahr und erkennen, dass keine gesellschaftliche Kraft außer der Geschäftswelt imstande ist, das erforderliche Ausmaß des wirtschaftlichen Wandels in der begrenzten Zeit, die uns noch bleibt, zu bewerkstelligen. Nur Unternehmen können saubere Energie, Öko- Häuser und nachhaltig entwickelte Produkte mit einem angemessenen Gewinn liefern. Arbeitsplätze und Berufschancen für den rasant steigenden Anteil junger Menschen auf der ganzen Welt bieten Unternehmen an, die imstande sind, diese Talente zu beschäftigen. Wollen wir Ideen mit anderen teilen, Innovationen einleiten und die Politik reformieren, so dass Transparenz und Demokratie gefördert werden, brauchen wir Unternehmen, die diese Dinge als Vorteile, nicht als Hindernisse ansehen. Erst wenn Unternehmen mit dem Wissen arbeiten, dass der Aufbau einer besseren Welt ein Projekt ist, das Gewinn abwirft, werden wir wirklich Fortschritte erzielen.

 

Der Erfolg eines Unternehmens wird nicht nur an Gemeinkosten und Bilanzen gemessen, geschweige denn an Mindestlöhnen und solarbetriebenen Bürogebäuden. Heutzutage misst sich der Erfolg eines Unternehmens an der Erkundung neuer Möglichkeiten, etwas auf der Welt zu verändern, an der Wahrnehmung und Verfolgung eines Potenzials und an der Erkenntnis, dass der Markt heute – vielleicht mehr als je zuvor – empfänglich ist für unkonventionelle Ideen.

 

In mancher Hinsicht sind Unternehmen das kühnste und aufregendste Abenteuer, in das wir uns stürzen können. Es ist unsere Aufgabe, die Spannung aufrechtzuerhalten, sonst laufen wir Gefahr, in den Trott des Alltags beziehungsweise in »business as usual« zu verfallen und die Armut und Umweltverschmutzung zu verschärfen. Auf diese Weise verdientes Geld ist ein moralischer Betrug, produziert in vielen Fällen nichts wirklich Wertvolles und richtet häufig echten Schaden an. Darüber hinaus ist es langweilig: Es gibt nichts Ermüdenderes, als alte Geschäftsmodelle aufzuwärmen, im Trüben zu fischen und nach Möglichkeiten Ausschau zu halten, noch ein kleines bisschen mehr Profit herauszuschlagen.

 

Wenn es uns gelingt, diesen Trott zu vermeiden, dürften wir den Weg zu bahnbrechenden Unternehmen finden, mit engagierten Frauen und Männern, die Nachhaltigkeit, Fairness und Offenheit als Voraussetzungen nicht nur für ein besseres Unternehmen, sondern für ein besseres Leben ansehen. Diese klugen Köpfe sehen eine Chance, etwas Außergewöhnliches zu tun, den Zustand der Welt zu verbessern und dabei vielleicht reich zu werden. Das ist die neue Herausforderung für die Geschäftswelt, voller innovativer Technologien, radikal neu erdachter Geschäftsmodelle, ungeahnter Optionen – hier ist Raum für Visionen, und die Visionäre sehen eine schöne Zukunft.   


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Kommentare

Pirinlodge schrieb am 23.07.2009 23:54

Ich könnte nicht mehr zustimmen. Leider ist das Alles schöne Theorie - und nur eine kleine Minderheit hat einen genug weitgespannten Horizont um die Zusammenhänge zu erkennen und eigene Verantwortung zu übernehmen und zu leben.

"Heutzutage misst sich der Erfolg eines Unternehmens an der Erkundung neuer Möglichkeiten, etwas auf der Welt zu verändern,"
Wirklich? Wer misst das so? Leider nur ein Handvoll Leute.

Aber gerade diese Leute brauchen wir. Damit wir die Herausforderung "Mensch zu sein" auch für die Zukunft bewahren können.

In der Hoffnung nicht einer der letzten Dinosaurier zu sein,

Frank

aus Bulgarien, wo das Leben hart, direkt und ohne Schnörkel aber "echt" ist.



 

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