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Montag, 17. November 2008 10:36 Uhr
Kategorie: Interview

Von: AM

"Wir haben ein Bio-Album gemacht"

Das sechsköpfige Berliner Clubkollektiv Jazzanova setzt in seinem zweiten Studioalbum auf soulige Instrumente statt auf clubige Samples. care&click fragte bei DJ Alexander Barck nach, ob wegen des Klimawandels und Finanzkrise mehr Soul gefragt ist

Bild: jazzanova

Das neue Album „Of all the Things“ ist sehr soulig. Weil angesichts von Finanzkrise und Klimawandel die Tanzfläche mehr Soul braucht?

 

Alexander Barck: Wenn man Musik macht, fließen Dinge, die um einen herum passieren mit ein. Dazu gehört auch die Umwelt. Zum Thema Soul auf der Tanzfläche würde ich deshalb gern einen Schritt zurückgehen: In erster Linie ist man nicht Musiker, sondern Mensch. Oft haben Menschen heute das Gefühl, nichts ändern zu können, weil alles so vorentschieden erscheint. Wenn jeder bei sich selbst im Kleinen anfängt, beispielsweise in der Band oder in der  Familie hat man aber Einfluss. Ich habe zum Beispiel beim Autokauf auf die Umwelt geachtet und meine Familie kauft bei der Bio-Kiste, einem Berliner Verbund von Landwirten aus der Umgebung, die ihre Lebensmittel so verkaufen.

 

Können oder sollen Musiker sich zu politischen Themen äußern?

 

Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich denke, dass jeder, der die Möglichkeit hat, Menschen zu erreichen wie wir als Musiker, das für eine Message nutzen sollte. Auf unserem neuen Album werden auch ernste Themen angesprochen, zum Beispiel in Little Bird. Die Rolle in der Öffentlichkeit sollte auf jeden Fall positiv genutzt werden.

 

 

„Of all the Things“ ist euer zweites Studioalbum. Was war von der Arbeitsweise der größte Unterschied zu eurem Erstling? War dir dabei als DJ nicht langweilig?

 

(lacht) Für Of all the Things habe ich mehr Songwriting gemacht, was für mich ein Entwicklungsschritt war. Zum Beispiel haben wir Streicher arrangiert und gemerkt, dass wir das können. Außerdem haben wir für die Aufnahmen viele analoge Geräte im Studio verwendet. In diesem Sinne ist das Album auch ziemlich bio – ohne künstlichen Hall und Effekte.

 

 

Was unterscheidet deiner Meinung nach die Arbeit mit Samples und richtigen Instrumenten? Ist Sampling für dich eine Art von Sound-Recycling im positiven Sinn?

 

Wir haben tatsächlich auch in gewissem Sinne ein Recycling Album gemacht. Für den siebten Track haben wir unseren eigenen zweiten Albumtrack als Sample verwendet. Diese Liebe zum Detail zeichnet auch das aktuelle Album aus: Hatten wir auf dem ersten Studioalbum noch viele Samples, haben wir jetzt den Aufnahmeprozess mit vielen Details versehen, so dass man immer wieder etwas Neues entdecken kann.


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