Betonmauern, asphaltierte Wege oder versiegelte Flächen – der Großstädter hat seine triste Umgebung manchmal einfach satt. Um Farbe in den grauen Alltag zu bringen, greift der eine zur klimaschädlichen Spraydose, der andere wäscht – wie beim Green Graffiti – seine Botschaft einfach in den Dreck an der Fassade. Nun hat sich eine junge Künstlerin aus London etwas Neues einfallen lassen.
Anna Garforths nachhaltiges Moosgraffiti-Projekt mit Namen „The Mossenger“ entstand im Rahmen von YCN Live: eine von der britischen Kreativen-Plattform YCN initiierte zweiwöchige Aktion, die noch bis 7. September 2008 läuft und bei der sich junge Talente aus den Bereichen Kommunikations- und Graphikdesign vorstellen – in London, Helsinki, Paris, New York und anderen Städten.
Mit dem Mossenger-Projekt knüpft die Illustratorin und Webdesignerin an die populäre Idee des Guerilla-Gardening an, bei der Freiwillige auf eigene Kosten öffentlichen Raum bepflanzen und so gärtnerisch eine lebenswertere Umgebung gestalten.
Anna Garforth ist es wichtig, aktiv an der Verschönerung ihrer Umwelt mitzuwirken und für einen größeren Artenreichtum im städtischen Raum zu sorgen: „Stadt und Natur zusammenzubringen und an einem Ort von beiden zu profitieren, wäre richtig cool.“
Auf einer Ziegelsteinmauer in der Nähe des Londoner Clissold Parks ist seit Kurzem ein Vers aus einem Gedicht von Eleanor Stevens zu lesen – so bekommt die Öko-Street-Art zusätzlich eine poetische Komponente.
Anna hat ihre Moos-Botschaft mit einer Mischung aus (bioaktivem) Naturjoghurt und Zucker an der Mauer befestigt, sodass sich die gesunde Alternative zur Sprayfarbe letztendlich sogar zur Fassadenbegrünung entwickeln kann.


