Umweltprobleme enden nicht an nationalen Grenzen: Luftverschmutzung, verunreinigte Flussläufe oder verschmutzte Meere illustrieren anschaulich, das nur internationales Handeln zu einer Besserung führen kann. Die dringende Notwendigkeit zum gemeinsamen Vorgehen, zusammen mit den immer größer werdenden Folgen menschlichen Handels auf die Umwelt, beispielsweise dem Kohlendioxidaustoß und seinem Einfluss auf das Weltklima, machen es unabdingbar, sich mit dem Zusammenspiel von Ökologie und Wirtschaft zu befassen. Wie kann Politik lenkend eingreifen und wie können Nationalstaaten als überregionale Akteure steuernd wirken?
Zentral für diese Fragestellung ist das so genannte Allmende-Dilemma. Damit ist die Ausbeutung eines allgemein Verfügbaren Gutes gemeint, ohne das Rücksicht auf mögliche unumkehrbare Schäden für die Allgemeinheit genommen wird. Ein solches Gut ist beispielsweise die Luft: Unternehmen und Privatpersonen nutzen sie ohne persönliche Verantwortung für die negativen Auswirkungen ihres Handelns übernehmen zu müssen. Eine nachhaltige Nutzung eines solchen Gemeinschaftsgutes muss durch Normen und Gesetze geregelt sein, so dass die allgemein verfügbare Ressource zum Vorteil aller genutzt werden kann.
Globale Umweltpolitik steht vor der Herausforderung, wirtschaftliche, nationalstaatliche und ökologische Interessen konstruktiv zusammenzuführen. Die Autoren erläutern im ersten Kapitel verständlich das Aufkommen und die Herausforderungen der globalen Umweltpolitik. Sie gehen unter anderen der Frage nach, welche Einflussmöglichkeiten wirtschaftliche starke Staaten haben, wie sich ein Veto in internationalen Verhandlungen auswirken kann und welche internationalen Koalitionen im Laufe der Zeit welche Ziele verfolgen.
Im zweiten Teil des Handbuches gehen Chasek, Downie und Brown auf die verschiedenen Akteure globaler Umweltpolitik ein. Die Rolle von Nationalstaaten und internationalen Organisationen sowie Konzernen wird ebenso dargestellt wie der Einfluss von Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace oder Robin Wood.
Schließlich werden die theoretischen Ausführungen an mehreren Fallbeispielen, beispielsweise zur Luftverschmutzung und zum Klimawandel, anschaulich dargestellt um in den letzten beiden Abschnitten des Buches auf Hindernisse und Chancen globaler Umweltpolitik und ihrer möglichen zukünftigen Entwicklung einzugehen.
Den Autoren ist eine sehr anschauliche und gut verständliche Darstellung eines komplexen Sachverhaltes gelungen, welche der großen Vielschichtigkeit des Themas mehr als gerecht wird. Besonders die prägnanten Zusammenfassungen zum Ende der jeweiligen Abschnitte mit anschließenden Diskussionsfragen regen nicht nur zum Nachdenken über Umweltfragen an, sondern sind auch für Lehrer und Dozenten, die das Thema im Unterricht behandeln, sehr hilfreich.
Das “Handbuch Globale Umweltpolitik” ist eine übersichtliche und gut verständliche Darstellung der gegenwärtigen weltweiten Situation und ihrer Entstehungsgeschichte. Die Struktur und die Aufbereitung des Themas sind sehr gelungen. Die Vielzahl von Diskussionsfragen gestalten das Buch zudem sehr anregend. Insgesamt eine lohnende Anschaffung, für alle, die mit dem Thema täglich arbeiten oder sich einen schnellen aber tiefgehenden Überblick verschaffen wollen.
Pamela S. Chasek, David L. Downie, Janet Welsh Brown
Handbuch Globale Umweltpolitik
447 Seiten, Broschiert
Parthas Verlag
ISBN: 3866011040


