Ein wenig UFO-artig wirkt der Museumsneubau, konstruiert vom Architektur-Büro Behnisch, in der UNESCO Weltkulturerbe Stadt Stralsund. Die Errichtung kostete den Staat rund 60 Millionen Euro. Mit einem gigantischen technischen Aufwand sollen dem Besucher nicht nur Schönheiten und Faszination, sondern auch die Probleme der nordeuropäischen Meere näher gebracht werden.
Die Ostsee liegt, schon allein der räumlichen Nähe wegen, im Fokus der Ausstellung. Unter dem Motto „Kleines Meer mit großen Problemen“ sollen Besucher im ersten Teil der Meeresschau mit Hilfe von Touchscreens über Schutzmaßnahmen informiert werden. Nicht nur seine neun Anrainerstaaten, auch die durch den unterschiedlichen Salzgehalt große aber bedrohte Artenvielfalt, machen die Ostsee zu einem nicht nur für Meeresbiologen spannendem Gewässer.
Auf Grund von Bauverzögerungen sind 12 der 39 Becken noch unbesetzt und auch das Pinguinareal auf dem Dach steht mangels Sponsoren noch leer. Wenn endgültig alles fertig ist, soll man dann alles bestaunen können, was zwischen St. Petersburg und Grönland im Meer lebt. Bis dahin ist der Eintritt reduziert.
Zur Attraktion soll das mit 2,6 Millionen Litern befüllte Heringsschwarm-Becken werden. In dem noch fischlosen Bereich sollen Besucher die Schwarmbildung der Fische hautnah beobachten können. Herzstück des Ozeanums bildet eine riesige Halle mit lebensgroßen Walmodellen aus Plastik. Hier soll man sich ein Bild von der Größe der bedrohten Meeressäuger machen.
Das Museum soll mit seiner Form an vier vom Meer umspülte Steine erinnern. Die vier Ausstellungstürme sind mit gebogenen Stahlplatten verkleidet und heben sich so von den umgebenden Backsteingebäuden ab. Ob das neue Ozeanum einen ähnlich positiven Effekt für die Stadt Stralsund haben wird wie das Guggenheim-Museum für Bilbao, an das der Bau von außen entfernt erinnert, muss die Zukunft zeigen.


