Wenn alle so viel und so weit reisen würden wie die Deutschen, würde das Treibhausgasemissionen von fünf Milliarden Tonnen ausmachen. Das zeigt die kürzlich von der Umweltorganisation WWF in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut veröffentlichte Studie zum „touristischen Klima-Fußabdruck“. Dabei testeten Sie sieben typische Urlaubsreisen der Deutschen.
Je ferner, desto schädlicher
Eine Fernreise nach Mexiko schlägt beispielsweise mit 500 Kilogramm CO2 pro Person und Tag zu Buche. Eine Autoreise nach Rügen ist hingegen mit 18,7 Kilogramm CO2 geradezu klimafreundlich. Die Regel je ferner desto schlimmer ist dabei nicht unbedingt ausschlaggebend, denn die Art des Transportmittels spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Somit zählt eine Mittelmeerkreuzfahrt mit 175 Kilogramm CO2 auf den ersten Blick nicht zu den klimaschädlichen Urlaubssünden. Auf den zweiten wird aber deutlich, dass die Anreise mit dem Flugzeug zum Hafen noch dazuaddiert werden muss.
Der WWF fordert daher von den Reiseveranstaltern die Kennzeichnung ihrer Angebote. Egal ob Fernreise oder Kultururlaub, alle Offerten sollten mit einer Angabe zum klimatischen Fußabdruck gekennzeichnet sein, damit sich die Kunden der Umweltauswirkungen ihrer Reise bewusst werden.
Am vergangenen Dienstag beschloss der EU-Ministerrat, dass sich die Fluggesellschaften ab 2012 am Emissionshandel beteiligen müssen. Ob sich dies dann auf die Ticketpreise auswirken werde, ist noch unklar. Der Sprecher der Lufthansa wollte sich dazu im Gespräch mit netzeitung.de noch nicht äußern.


