Für ihre Untersuchungen bohrten die Wissenschaftler in die Sedimente des Tanganjikasees, der an die vier Staaten Tansania, Sambia, Burundi und die Demokratische Republik Kongo grenzt. Mit einer Fläche von knapp 33.000 Quadratkilometern stellt er den größten Süßwasserspeicher Afrikas dar. Unter dem Grund des bis zu 1470 Meter tiefen Sees gelangten sie an Bohrkerne, die die Klimageschichte der letzten 60.000 Jahre offenbaren.
In Resten von Landpflanzen stecken Informationen über Vegetation und Niederschlagsmengen vergangener Zeiten. Dazu untersucht man die vorhandenen Fettsäuren auf ihr Verhältnis von Deuterium und Wasserstoff. So lässt sich ablesen unter welchen hydrologischen Bedingungen eine Pflanze vor Jahrtausenden gewachsen ist und wie das Klima zu dieser Zeit war.
Unerwartete Ergebnisse
Dadurch entdeckten die Klimaforscher einen Zusammenhang zwischen schnellem Wechsel im Niederschlagsvorkommen Afrikas und Klimaschwankungen auf der Nordhalbkugel. Als stärksten Klimaeinfluss auf den Kontinent nahm man bisher die Intertropische Konvergenzzone (ITCZ) an, eine saisonal den Äquator überquerende Tiefdruckrinne. Da dieser Wolkengürtel vor 11.000 bis 6.000 Jahren nördlich des Äquators lag, hätte er in Afrika zu einer Trockenperiode führen müssen. Die Sedimentproben ergaben für diesen Zeitraum aber eine Phase mit häufigen Niederschlägen. Auch vor 34.000 und 58.000 Jahren gibt es ähnlich rätselhafte Ergebnisse.
Für die Forscher der Brown University in Providence und ihre Kollegen vom Niederländischen Institut für Meeresforschung in Den Burgh gibt es dafür nur eine Erklärung: Ihrer Annahme nach soll der Indische Ozean erheblichen Einfluss auf das Klima Afrikas haben. In dieser Zeit stieg wahrscheinlich die Temperatur des Oberflächenwassers des Ozeans an und führte zu einer starken Verdunstung. Dadurch konnten große Wassermengen über Zentralafrika abregnen.
„Die Entdeckung hilft uns zu verstehen, wie das tropische Afrika auf die globale Erderwärmung reagiert“, so Jessica Tierney vom Geological Sciences Department aus Providence. Klimaveränderungen in Afrika sollen somit künftig besser vorhergesagt werden können.


