care&click: Seit 2005 vermitteln Sie Büromöbel aus zweiter Hand. Haben Sie im Vergleich zu dem Großteil ihrer Möbel mehr oder weniger Berufserfahrung?
Christine Müller: Pauschal kann ich das nicht sagen, denn das Alter der Möbel ist von Fall zu Fall verschieden. Teilweise habe ich Möbel, die 15 Jahre oder älter sind oder teilweise sogar 30 Jahre auf dem Buckel haben. Die sind dann meist nicht mehr im Trend, aber sie sind immer noch funktional und teilweise wirklich „unkaputtbar“. Aber der Großteil ist im Schnitt 5 Jahre alt.
Stellt sich bei der Berufserfahrung ihrer Möbel auch ab und an ein vorzeitiger Ruhestand oder Burnout-Syndrom eines Möbelstückes ein?
Das kommt eigentlich nicht vor, denn bei Curriculum bekommen alle Möbel einen so genannten Rohstoff-Rucksack, der Auskunft über die Verarbeitung gibt. Die ist besonders wichtig, damit die guten Stücke auch noch lange halten. Aber bei den älteren Möbeln bemerkt man einen deutlichen Unterschied zu heute, denn die Verarbeitung war früher hochwertiger. Damit sind sie heute noch stabil und funktional. Egal ob Möbel, Auto oder Elektrogeräten, das meiste wird mittlerweile nicht mehr nachhaltig konstruiert.
Ihr Geschäftsmodell hat neben dem ökologischen Hintergedanken auch finanziell positive Auswirkungen auf die Ausgaben ihrer Kunden. Welcher Aspekt überzeugt die Kunden mehr?
Interessanterweise hat sich im Laufe der Zeit immer mehr herausgestellt, dass die Kunden meist zuerst wegen des Preisvorteils von 70 Prozent unter Neupreis auf Curriculum aufmerksam werden. Doch sie merken schnell, dass Curriculum viel mehr bietet. Angefangen mit den schnellen Bezugszeiten – Gebrauchtmöbel sind sofort da.
Der Aspekt des ökologischen Nutzens soll ab Juli noch stärker nach Außen kommuniziert werden. Ein erster Schritt ist dafür sicher auch seit Mai 2008 die Unterstützung von „care&click“.
Sie sprachen zuvor von der Kurzlebigkeit von Elektrogeräten. Nützt in diesem Bereich die Berufserfahrung weniger als bei Möbeln?
Das muss der Kunde entscheiden. Aber da Curriculum gerne seinen Kunden und Partnern ein breites Netzwerk von Angeboten aus Büro- und Unternehmensnahen Dienstleistungsbereichen anbieten möchte, haben wir dafür eine Kooperation mit www.city-pc.de gestartet. Dieser Anbieter für Gebraucht- und Neu-Kommunikationslösungen für EDV und Telefonie passt sehr gut in das Partner-Konzept.
Sollte ein Möbel nach langjähriger Berufserfahrung in den verdienten Ruhestand geschickt werden, wie genießt es seinen Lebensabend? Auf dem Sperrmüll mit der Möglichkeit zur letzten Nutzung, oder auf den Schrottplatz?
Ich persönlich würde sie lieber auf den Sperrmüll bringen, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass die Möbel dort keinerlei Abnehmer finden. Mittlerweile sind einfach generell so viele Möbel
im Umlauf und noch ist keine passende Lösung dafür gefunden. Die wirklich alt gedienten Möbel müssen leider in die Verbrennungsanlagen.
Anschauen-Anfassen-Ausprobieren lautet das Motto ihres Magazins, das jeden ersten Samstag im Monat für die Kunden geöffnet ist. Bei Büromöbeln denkt man meist an schlichte und dezente Farben. Gibt es denn bei ihnen auch ausgefallene Ladenhüter, die ihre trendigen Zeiten bereits hinter sich haben?
Ja definitiv, denn zu finden ist alles. Von designtechnischen Meilensteinen aus den Siebzigern wie dem geschwungenen Panton-Stuhl bis hin zu ausgefallenen Formwünschen ist an sich alles machbar.
Sind denn neben dem Makeln von Möbeln mit Berufserfahrung noch weitere Projekte bei Curriculum in Planung?
Gerade am 26.6.2008 hatte ich eine Pressekonferenz in der Curriculum zusammen mit seinen Kooperationspartnern die „Orangebox“ als eine Software-Innovation für die Büromöbelbranche vorgestellt hat.
Das Softwareprojekt soll für das Curriculum-Franchise-System schnell intern nutzbar gemacht werden. Aber auch als Lizenznutzersystem für die Büromöbelbranche werden aktuell weitere Pilotpartner und Sponsoren in Form von Sach- als auch Geldspenden gesucht.
Frau Müller, vielen Dank für das Gespräch.


