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Montag, 08. September 2008 18:14 Uhr
Kategorie: Klima Leben

Von: AH

Mehr Klimaschutz mit Musik

Mit Musik und Information rollt derzeit die Klimatour durch die Republik. care&click war in München vor Ort und stellte fest: Klimaschutz interessiert nicht jeden.

Bild: Gerhard Launer

SONNE, WIND UND WIR steht geschrieben auf den bunten Plakaten der Klimatour 2008. Ihr Veranstalter, die Heinrich-Böll-Stiftung, lässt dazu bekannte deutsche Bands wie Wir sind Helden, KLEE oder MIA durch ganz Deutschland touren.

Am Freitag traten MIA in München auf und machten überzeugend mobil für einen ersten Schritt in Richtung Umweltschutz. Das Vorprogramm erinnerte jedoch an viele Assoziationen, die man eher mit der Öko-Bewegung der 80 er Jahre verbindet.

 

Als Rahmenprogramm vor dem Konzert versprach der Veranstalter einen "Markt der Möglichkeiten", am Nachmittag im "Ampère", auf dem Gelände der Muffathalle. Initiativen, Vereine und Organisationen, die aktiv für den Klimaschutz eintreten, wollten sich hier mit kreativen Aktionen präsentieren.

Außer dem am Eingang in die Hand gedrückten farbigen Klimamagazin, gestaltet sich der „Markt der Möglichkeiten“ jedoch als enttäuschend und mutete leider alles andere als frisch, jung und originell an. Lediglich wenige Stände sind vorort, wie zum Beispiel der des Umweltinstituts München e.V. im Eingangsbereich, die mit losen Blättern über Themen wie Uranabbau informieren. Kinder zeichnen zwischen den Ständen mit Kreide auf kleinen Holzbänken, beschauliche Atmosphäre, runde Kieselsteine liegen vielerorts als Blattbeschwerer mit Wasserfarbenbemalung. Bei den Besuchern kann der Markt der Möglichkeit zumindest kaum punkten. Auch taz-Redakteur Peter Unfried bekommt den Raum nicht voll.

 

Ein Dame an einem Stand des Markts der Möglichkeiten meint, junge Leute interessiere das Thema einfach nicht so. Eine andere Standbetreiberin beklagt, „es wurde viel zu wenig PR dafür gemacht“. Fakt ist: Bis auf wenige Ausnahmen gibt es hier wenig Innovatives und Informelles, was Lust auf mehr macht. Schöne Ausnahmen sind: fairdo.net das Netzwerk für eine bessere Welt, eine ansprechende Internetseite, auf der man gemeinsam mit anderen für den Umweltschutz aktiv werden kann. Ausführlich informiert werden wir auch bei Mütter gegen Atomkraft e.V., sie setzen sich für eine Stromversorgung ohne Atomkraft ein und für die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.

 

Kurz vor Konzertbeginn füllt sich das Areal der Klimatour. Nach Klaus Kreuzeder, Johanna Zeul und Rainer von den Vielen dann der Auftritt der Band MIA:  Die Frontsängerin Mieze ist die geballte Ladung an Energie und Präsenz, die Stimmung ist prächtig, „Willkommen im Club“ heißt das neue Album der Band. In der Mitte des Konzertes, als die Euphorie am größten ist, dann die kurze, aber wirkungsvolle Ankündigung des Liedes „Ökostrom“: „Wir konnten uns zumal alle einmal einigen, hier her zu kommen" ruft Mieze und sie bezeichnet ihre „Rasselbande“ liebevoll als das beste Team, das man, um die Welt zu verbessern, hinter sich haben kann.  Die Stimmung ist positiv und es kommt dann an und macht Lust, wenn Mieze singt: „Ich bin grad aufgewacht, hab meine Augen aufgemacht, für einen ersten Schritt ist es nie zu spät. Ich habe angefangen, ich will jetzt Ökostrom ich will mein Leben weil es sonst ein andrer lebt.“


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