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Montag, 19. Mai 2008 12:20 Uhr
Kategorie: Klima Leben, Kolumne, Klima News

Von: AM

Konferenz der Tiere

Den Artenschutz haben sich die Teilnehmer der Bonner UN Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt groß auf die Fahnen geschrieben. Dabei hat die Tierwelt ebenfalls Grund zur Sorge: Um den Menschen.

Quelle: Pixelio.de

Löwe Alois, Elefant Oskar und Giraffe Leopold sind besorgt. Beim abendlichen Savannen-Stammtisch an der Wasserstelle sind vor allem die Menschen das Thema: Ihre Kriege, und Hungersnöte und jetzt auch den Klimawandel. Eine Konferenz der Tiere wird einberufen um endlich den Frieden und das  Bewusstsein für die Zerbrechlichkeit der Erde unter den Menschen durchzusetzen. Die Konferenz ist in Erich Kästners Roman Die Konferenz der Tiere notwendig, weil die menschlichen Verantwortlichen auch nach der 84. Konferenz keine Lösung für Ihre Streitigkeiten gefunden haben.

Der Roman erschien im Jahr 1949 und seit dem scheint sich wenig am Verhältnis von Mensch und Tier verändert haben. Die heute in Bonn beginnende 9. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) ist das letzte Treffen seiner Art vor dem Jahr 2010. Bis dahin sollte das 1992 in Rio de Janeiro festgesetzte Ziel, den weltweit anhaltenden Verlust der Biodiversität entscheidend zu verringern, erreicht werden. Die Delegierten wollen dafür in den kommenden Tagen einen Maßnahmenkatalog festlegen. So soll beispielsweise über das Einrichten von Schutzgebieten sowie ein Normenkatalog für die Nutzung von Pflanzen und Tieren in den zwei Wochen der Konferenz erarbeiten werden.

Weltweit nimmt die biologische Vielfalt ab, was zuletzt mehrer Studien unter anderem der NASA und der Umweltschutzorganisation WWF bestätigen. Ungeachtet dieses Trends wird die Konferenz voraussichtlich kaum konkrete Aktionen verbindlich vorschreiben. Zum einen, weil es bis heute nicht gelungen ist, sich auf Strafmaßnahmen zu einigen. Zum Anderen, weil konkrete Ziele eine Ratifizierung des Abkommen mühsamer machen: Bis heute haben beispielsweise die Vereinigten Staaten das Abkommen nicht ratifiziert.

Die Tierwelt kann demnach nicht ganz grundlos besorgt nach Bonn blicken. Es ist mehr als fraglich, ob die knapp 5.000 Teilnehmer aus 190 Staaten bei ihrem 9. Treffen eine Einigung zum Schutz der Biodiversität erzielen können. Gegebenenfalls müssen Löwe, Elefant und Giraffe wie in Kästners Roman das Wasserloch verlassen. Jedoch nicht wie in Kästners Roman um die Menschheit zu retten, sondern schlicht weil die Wasserstelle austrocknet.


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