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Montag, 30. Juni 2008 15:06 Uhr
Kategorie: Klima Leben

Von: SB

Klima-Meisterschaft

„Viva España“ war der einzige Jubelschrei nach Abpfiff der Fußballeuropameisterschaft. Doch was haben die einzelnen Turniergegner auf dem internationalen Spielfeld der Klimapolitik vorzuweisen? Auf dem europäischen Bolzplatz hat Deutschland zwar nicht den Pokal gewinnen können, dafür steht der Vize-Europameister aber im internationalen Klimaranking schon wieder im Finale. Doch auch hier hat das Finaltrauma der Nation zugeschlagen: Deutschland belegt wieder nur den zweiten Platz.

Bild: pixelio.de

Freud und Leid liegen am Ende so nah beieinander. Am Sonntag versetzt die spanische Nationalmannschaft ihre Nation in Euphorie und Deutschland  in Trauerstimmung. Doch abseits des Fußballplatzes werden international ebenfalls Turniere ausgefochten. So beispielsweise in der Klimapolitik, in der das deutsche Team der Bundesregierung mit seiner Politik keinen schlechten Eindruck  verbreitet. Es zeigen sich deutliche Parallelen zwischen fußballerischem Spielerfolg und internationaler Klimapolitik.

 

Auf der internationalen Rangliste der Umweltorganisation Germanwatch und dem Climate Action Network Europe (CAN Europe) vom März 2008, werden jährlich  die Klimaschutzleistungen von 56 Staaten verglichen und bewertet. CO2-Emissionen, das aktuelle Emissionsniveau und die politischen Anstrengungen für den Klimaschutz sind im internationalen Klimaturnier von Germanwatch und CAN die drei taktischen Trainingseinheiten. Im diesjährigen Index zeigt sich, dass Deutschland Österreich und die Schweiz in Sachen Klimaschutz, wie schon im Fußball, weit abgeschlagen hinter sich gelassen hat.

 

Schweiz sammelt Pluspunkte, Österreich rutscht ab und Spanien ist abgeschlagen

 

Wie auch im Fußball trifft in der Klimapolitik Edeltechnik auf Rumpelfüßler: So erhält die Schweiz zwar in der Klimapolitik eine Schelte und landet in dieser Unterkategorie auf Platz 45. Die Schiedsrichter  von Germanwatch mussten feststellen, dass sich die Emissionen des Landes seit 1990 nur in äußerst geringem Maße reduziert haben. Das käme einer gelben Karte gleich, doch durch den großen Erfolg im Sektor erneuerbarer Energien, besonders durch die Wasserkraft, konnte sich die Schweiz noch auf den neunten Platz vorkämpfen und landet bei Germanwatch unter den Top Ten.

 

Auch Österreich hat  Mängel aufzuweisen. Obwohl noch 2006 fast 65 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stammten, landet die Alpenrepublik unglücklich auf dem 37. Platz. Bioboom und Ökolandbau konnten hier den eklatanten Rückstand zur Konkurrenz nicht mehr verändern, da die Reduktion der Treibhausgase noch nicht im geplanten Maße vorangeführt wird. Da hilft auch die enge Beziehung der Österreicher zur Natur nicht mehr weiter. Wie im Fußball zeigt sich auch hier, dass mit Leidenschaft alleine kein Turnier zu gewinnen ist. Die türkische Mannschaft musste bei der EM diese traurige Erfahrung machen, denn trotz Engagement fehlte es doch oftmals an der richtigen Taktik. Österreichs schlechte Platzierung im internationalen Vergleich könnte daher zum Umdenken in Sachen Klimapolitik anregen. Wenn es Österreich schon nicht beim Fußball gelingt, die deutsche Mannschaft nach dem Triumph bei der Weltmeisterschaft 1978 zu überholen, so könnte ein Klima-Cordoba das neue Ziel sein.

 

 

Deutschland – der ewige Zweite

 

Knapp verfehlt hat Deutschland nicht nur den Titel der Europameisterschaft, sondern auch die Pole Position im internationalen Klimaranking. Auch hier landen die ambitionierten Deutschen nur auf dem zweiten Platz. Zwar konnte man sich im Vergleich zur Vorsaison 2007 von dem vierten Platz befreien, doch wieder wurde der Triumph haarscharf verpasst. Gerade einmal 1,1 Punkte trennt Deutschland vom Platz eins, der momentan von Schweden besetzt ist.

 

Die  Platzierung Spaniens auf der Germanwatch-Liste macht deutlich, dass Fußball eben doch nur ein Sport ist, der ausschließlich auf dem Rasen ausgetragen wird und sich nur schwer für anderweitige Vergleiche eignet.  So zeigt sich der Fußballeuropameister im Bereich der Klimapolitik auf Platz 29 des Germanwatch Rankings keinesfalls in Topform. Obwohl Präsident José Luís Rodiguez Zapatero sich mit einer neuen Aufstellung und Taktik gegen die Politik seines Vorgängers Aznar durchgesetzt hat, und nun stark auf erneuerbare Energien setzt, scheinen die Bemühungen noch nicht richtig angeschlagen zu haben.

 

In der Schlussbesprechung können die Kommentatoren von Fußball und Klimapolitik allerdings mit der Taktik der Deutschen in beiden Disziplinen zufrieden sein, denn auch ein Vize-Titel ist ein Erfolg. Am Ende der Partie um den Klimawandel sollte allerdings doch ein deutlicher Sieg der Erd-Auswahl das Endergebnis besiegeln. Hier auf eine Zitterpartie á la Elfmeterschießen zu spekulieren wäre sicherlich für alle Mannschaften äußerst riskant.

 

 

 

 


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