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Dienstag, 04. März 2008 11:13 Uhr
Kategorie: Klima Leben, Interview

Von: AM

Immergrün auf der CeBIT

Die diesjährige CeBIT in Hannover steht besonders im Zeichen von grünen Computern. Eine eigene Halle stellt die Messe den ökologisch korrekten Rechnern zur Verfügung. care&click fragte zum Thema bei IT-Experten Stefan Neufeind nach.

Grüne IT ist laut BitKom stark im Kommen. Geht es dabei vor allem um Einsparen von Strom?

Laut einer aktuellen Studie wird bis zu 1% des weltweiten Strombedarfs für Serverfarmen verwendet (Betrieb, Kühlung usw.) Hier existiert ein großes Potential für Verbesserungen. In einigen Fällen ist es heutzutage möglich und sinnvoll beispielsweise bei Neuanschaffungen auf stromsparende Komponenten zu setzen.

Ein weiterer Faktor ist, wo möglich, die Versorgung der Server mit Energie aus umweltfreundlichen Quellen. Aber auch durch die Konsolidierung von Servern, dass heißt Austausch durch leistungsfähigere Hardware, Virtualisierungstechniken etc., kann ein Beitrag geleistet werden. Neben Einsparungen bei Stromverbrauch und Kühlung führt dies sogar zu Einsparungen in Bezug auf Platz- und Wartungsbedarf.

Leider wird Green IT aktuell sehr stark zu Marketing-Zwecken verwendet, so daß deren Beitrag zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit stets kritisch hinterfragt werden. Mehr Energie-Bewusstsein ist jedoch auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.


Durch welche Maßnahmen kann ein Rechenzentrum Strom sparen ohne an Leistung einzubüßen?

In Bereichen wo dies möglich ist kann durch eine sinnvolle Auswahl von Komponenten eine Strom gespart werden. Aktuelle Systeme bieten z.B.  durch Mehrkern-Prozessoren leistungsfähige "Rechenknechte", die je nach Einsatzgebiet die Leistung einer Reihe von Einzelsystemen erbringen.
Auch wurden die Stromsparfähigkeiten in einigen Komponenten (z.B.  Low-Voltage-Prozessoren) verbessert. Ein weiterer Faktor ist die Konsolidierung von Einzelsystemen.


Liegt die Zukunft der IT in den so genannten Thin Clients,  die besonders Energieeffizient arbeiten?


Klassisch findet der Begriff "Thin-Clients" eigentlich im Desktop-Umfeld Verwendung. Abhängig von den Anforderungen kann ihr Einsatz hier durchaus eine sinnvolle Alternative seien. Hinzu kommen Aspekte wie Sicherheit und zentrale Wartbarkeit. Im Serverumfeld wäre hier z.B. der Zugriff mit "abgespeckten Clients" auf eine zentrale Speicherlösung möglich.

Was können Privatanwender tun um ihre IT grüner zu gestalten?

Ein wichtiger Bestandteil ist die Auswahl von Komponenten nach Aspekten der Energieeffizienz. Gerade Systeme die häufig und lange im Einsatz sind sollten auf ihren Energiebedarf hin untersucht werden.

Auskunft über den Stromverbrauch von Geräten können z.B. Steckdosen-Messgeräte geben, die teilweise auch beim örtlichen Energieversorger geliehen werden können. Systeme sollten nur betrieben werden, wenn sie tatsächlich genutzt werden. Desweiteren lohnt es sich einen Blick auf die Stromsparfunktionen der Geräte zu werfen (automatische Abschaltung von ungenutzten WLAN-Accesspoints, Abschaltung von Bildschirmen, Festplatten etc. bei Nichtbenutzung, ...). Viele Funktionen wie z.B. das Anbieten einer zentralen Speicherlösung im Heimnetzwerk können heutzutage auch mittels stromsparenden Embedded-Geräten (z.B. auch von einigen WLAN-Accesspoints) oder hierauf spezialisierten Geräten effizient realisiert werden, so daß "der PC in der Ecke" abgeschaltet werden kann.

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Stefan Neufeind ist Engineering Consultant bei der Internetagentur SpeedPartner, die eine Vielzahl von Bereichen rund um das Internet bietet. Hierzu zählen auch Webhosting und Serverhousing sowie die Realisierung individueller Weblösungen.


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