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Montag, 26. Mai 2008 15:13 Uhr
Kategorie: Klima Leben

Von: SB

Halbzeit in Bonn

Die Zwischenbilanz der UN-Naturschutzkonferenz fällt durchaus unterschiedliche aus: Der Bundesumweltminister beurteilt sie zurückhaltend optimistisch, während Naturverbände endlich konkrete Ergebnisse sehen wollen.

Bild: pixelio.de

Die Bewertungen über die bisherigen Ergebnisse der UN-Naturschutzkonferenz fallen ungleich aus. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der als Konferenzpräsident zwischen den verschiedenen Interessen vermitteln muss, sieht die Verhandlungen noch nicht am Ziel, aber zumindest auf dem richtigen Weg. In einer „motivierenden und konstruktiven Konferenzatmosphäre“ könnten die Verhandlungen vorangetrieben werden, so Gabriel.

 

Access Benefit Sharing auf dem Weg

 

Als Erfolg verbuchte der Minister die Gespräche über ein internationales Regime über den Zugang zu genetischen Ressourcen und einen gerechten Verteilungsausgleich (Access and Benefit Sharing – ABS). Gabriel zufolge sei eine Rechtssicherheit darüber, nach welchen Regeln eine Gewinnbeteiligung an der Nutzung genetischer Ressourcen erfolge, sowohl Entwicklungs- als auch Industrieländer äußert wichtig.

 

Diese Gespräche seien dank der Konferenz nun in eine konkrete Verhandlungsphase eingetreten. Bei der letzten Vertragsstaatenkonferenz 2006 war im brasilianischen Curitiba vereinbart worden, bis 2010 einen verabschiedungsfähigen Text für das ABS-Regime zu entwickeln.  In Bonn gilt es nun in den kommenden Tagen einen Verhandlungsplan für die nächsten zwei Jahre aufzustellen.

 

Harte Verhandlungen und kritische Stimmen

 

Auch wenn die Debatten über die ökologischen Anforderungen der Bioenergie-Produktion zu Beginn der Konferenz unter keinem guten Stern standen, gab es auch hier Verhandlungsfortschritte.  Obwohl einige Länder keinerlei Diskussionen zu diesem Thema zulassen wollten seien mittlerweile aber Verhandlungen über ökologische Leitlinien für Bioenergie auf den Plan gebracht worden, heißt es aus dem Bundesministerium für Umwelt.

 

Wirklich konkrete Ergebnisse dürften allerdings erst gegen Ende der Woche zu erwarten sein. Von Mittwoch an geht die Konferenz in das High-Level Segment, an dem zahlreiche Minister aus der ganzen Welt erwartet werden.

 

Jörg Ros, Experte für Biodiversitätspolitik der Umweltschutzorganisation WWF, sieht die bisherigen Ergebnisse der Bonner Konferenz allerdings äußerst skeptisch. Seiner Meinung nach kämen die Verhandlungen nicht voran, so beispielsweise bei dem Thema der Ausweisung von Schutzgebieten.  „Hierbei könnte es sogar Rückschritte im Vergleich zu früheren Gipfeltreffen geben. So wie jetzt verhandelt wird, wird es die Staatengemeinschaft nie und nimmer schaffen, den Rückgang der biologischen Vielfalt bis 2010 zu bremsen.“

 

Klimakonferenz in Japan

 

Zeitgleich zu der Konferenz in Bonn fanden am Wochenende die Beratungen der G8-Umweltminister in Japan statt. Doch auch hier traten bisher wenig konkrete Ergebnisse zutage. Die Umweltminister der sieben größten Industrienationen und Russlands konnten allerdings keinen Durchbruch erzielen und hoffen jetzt auf den kommen G8-Gipfel im Juli.

 

Als Grund für die unkonkreten Ergebnisse, bei denen lediglich weiter Verhandlungen und Pläne diskutiert wurden, sei auch der amerikanische Wahlkampf, so die Expertenmeinungen aus dem japanischen Kobe. Es sei nicht absehbar, wie sich die amerikanische Politik nach Ausgang der Wahlen im November in den Klimaverhandlungsprozess einbringen werde, hieß es.

 

Nach den ergebnislosen Verhandlungen vom Wochenende ruhen die Hoffnungen nun auf dem G8 Gipfeltreffen im Juli unter japanischer Führung, von dem man sich einen „Impuls“ für spätere Verhandlungen erwarte. Nach Auffassung von Jürgen Maier vom deutschen Forum Umwelt und Entwicklung dränge allerdings die Zeit. „Wir können es uns nicht leisten, Monate verstreichen zu lassen“, warnte er in der Online-Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung.

 

 

 


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