Die beiden Wissenschaftler Dr. Stefan Kollet vom Meteorologischen Institut der Universität Bonn und sein US-Kollege Dr. Reed Maxwell haben herausgefunden, dass der Grundwasserspiegel regional unterschiedlich über die Folgen des Klimawandels entscheiden könne. So könne es beispielsweise von der Lage der Wasservorräte im Boden abhängen, ob Klimaveränderungen in bestimmten Gegenden Dürren hervorrufen oder nicht.
Wasser dient zum Temperaturausgleich
Wasser wirke generell „wie ein Moderator, der die Temperaturschwankungen in seiner Umgebung ausgleichen“ könne, so der Bonner Wissenschaftler. An Küsten beispielsweise mache sich die Kapazität von Wasser als Speichermedium bemerkbar: Im Sommer sorgt das Meer für kühlere Temperaturen, im Winter hat es jedoch die gegenteilige Wirkung. Hinzu komme, so Kollet, dass „Wasser beim Verdunsten seiner Umgebung Wärme entzieht“.
Für seine Studie hat er zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen verschiedene Regionen in Oklahoma untersucht. Mit Hilfe neuartiger Technologien konnten dabei unter anderem die Grundwasservorräte berücksichtigt werden. Neben aktuellen Klimadaten führten sie die Analysen zudem mit drei unterschiedlichen Varianten durch. Diese unterschieden sich in Temperatur und Niederschlagsmenge, wobei bereits Temperaturunterschiede von 2 Grad Celsius sichtliche Veränderungen hervorrufen konnten.
Kollet und Maxwell fanden so heraus, dass die Erwärmung der Landschaft von der Tiefe des Wasservorkommens im Boden abhängt. Wenn sich das Grundwasser nur wenige Meter unterhalb der Oberfläche befindet, seien die Auswirkungen viel geringer. Das Wasser könne die Temperaturen ausgleichen und damit die natürlichen Gefahren einer Dürre abwehren, so die Wissenschaftler. Die Pflanzen könnten bei Trockenheit einfacher auf die Reservoirs zurückgreifen.
Liegt das Wasser jedoch in der „kritischen Zone“ zwischen zwei und sieben Metern tief im Boden, so könne es „seine Rolle als Moderator kaum mehr erfüllen“, meint Kollet. Seiner Meinung nach müssten diese Erkenntnisse bei den Abschätzungen über Effekte des Klimawandels in Zukunft berücksichtigt werden.
Die Studie erscheint in der Oktober-Ausgabe des Magazins Natur Geosciene. Das Abstract der Studie ist jedoch bereits unter
http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/abs/ngeo315.html zu lesen.


