Längst wird das Thema nicht mehr den langhaarigen Lagerfeuerromantikern in die Badelatschen geschoben. Sich zu Hause und im Urlaub an Kriterien des ökologischen und sozialverträglichen Umgangs mit der Natur zu orientieren ist „en vogue“. Aber was bedeutet nachhaltiges Reisen denn nun eigentlich?
Zwar darf man den Vormarsch des Nachhaltigkeitsgedankens getrost bejubeln. Ebenso muss man aber gerade in der Konsumindustrie Tourismus mit Vorsicht prüfen, welchen Anbietern man sein Vertrauen schenkt. Oft ist kaum ersichtlich, ob sich hinter der Fassade des umweltbewussten Reisens ernsthafte Sorge um das Wohlergehen des Planeten verbirgt, oder doch nur der Versuch, mit einem populistischen Schlagwort ein neues Klientel an möglicherweise neue Ziele zu locken.
Mit gutem Beispiel voran geht nun die Neuauflage der MERIAN Reiseführerreihe MERIAN live!. Das Format liefert seinen Lesern im Kapitel „grüner reisen“ Tipps und Adressen zu zertifizierten Bio-Hotels und -Restaurants, zu Geschäften mit ökologisch produzierten Waren, „grünen“ Festivals oder auch zu ökostrombetriebenen Clubs.
Freilich wittern auch die Macher der Neuauflage dabei ihre Chance, auf den Mega-Trend grüner Reisen aufzuspringen und legen den Fokus deutlich auf Qualität und Genuss. Weit häufiger finden sich Tipps und Empfehlungen zu Restaurants, in denen kulinarische Köstlichkeiten aus biologischem Anbau kredenzt werden oder zu Boutiquen, in denen Schönheits- und Pflegeprodukte nach streng ökologischen Maßstäben hergestellt werden. Leider werden Kernpunkte des grünen Reisens, wie die ökologisch effizientesten Arten der Fortbewegung oder Möglichkeiten der Energieeinsparung, häufig nur am Rande gestreift. Hinweise zu CO2 Kompensationsanbietern wie unter Anderem atmosfair.de oder greenseat.nl, die sich für Projekte zu Erneuerbaren Energien und Energieeinsparung engagieren, könnten dabei noch für die grüne An- und Abreise sorgen.
Doch Motive hin oder her, ein Reiseführer soll nicht lehren und mit dem Finger zeigen, sondern praktisch in ungewohnter Umgebung weiterhelfen. Und wenn sich Urlauber zumindest schon einmal bei der Wahl des Restaurants oder beim Souvenirkauf an den Maßgaben der Nachhaltigkeit orientieren, hat es Ihnen zum Schritt in die richtige Richtung gebracht.


