Heute sind wir auf der Nordhalbkugel von verhältnismäßig billiger Energie abhängig. Wir legen einen Schalter um, und der Strom aus einem fernen Kraftwerk erhellt den Raum. Wir starten das Auto, Treibstoffe aus Pflanzen, die vor Jahrmillionen komprimiert und zu Öl wurden, treiben den Motor an. Wir drehen den Thermostat auf, und das Gas kommt über große Entfernungen durch Rohre zu uns in die Zentralheizung.
Die fossilen Energien gehen zu Ende. Das Maximum der Ölförderung ist schon überschritten (www.energywatchgroup.org). Unser heutiger Hunger nach Energie hat teure und ernste Folgen für die Umwelt: Klimaveränderung, Luftverschmutzung, Ölteppiche auf den Meeren, Staudämme, die Flüsse zerstören, und atomaren Müll, von dem noch unklar ist, wo wir ihn lagern können. Unsere Sucht nach Energie im Überfluss ist die Ursache nicht nur für diese Katastrophen, die wir alle fürchten, sondern auch für die unvorhersehbaren Folgen, die an unserer Gesellschaft zehren werden – von den Energiekrisen bis hin zur Klimakatastrophe.
Ein Blick auf die sozialen Auswirkungen unserer schmutzigen Energieversorgung ist erschütternd. Unsere Gier nach billigem Öl bindet uns an Diktatoren und Zwangsregimes, Krieg und Terrorismus. Sie macht einige wenige reich, während die Menschheit, heute und in Zukunft, die Folgen und Kosten tragen muss. Und dass diese schmutzige Energie nach wie vor viel zu billig ist, zumindest wenn man die volkswirtschaftlichen und gesellschaftlicher Folgeschäden betrachtet, veranlasst uns zu vielen fragwürdigen Entscheidungen – etwa zum Bau weitläufiger Siedlungen am Stadtrand, die uns zu Pendlern machen.
Auch auf der südlichen Erdhalbkugel muss sich etwas ändern. Hunderte Millionen von kämpfen noch immer ums Überleben. Ihnen stehen nur die einfachsten Energieformen und Hilfsmitteln (Ochsen, offenes Feuer, handbetriebene Brunnen) zur Verfügung. Sie sehnen sich verständlicherweise danach, komfortabler zu leben, mehr Energie zu verbrauchen – ihre Felder einfacher zu bearbeiten, ihre Wohnungen zu beleuchten, ihre Nahrung zu kühlen. Die Energiequellen, die in den sich entwickelnden Ländern und in den Schwellenländern zukünftig eingesetzt werden, entscheiden dort nicht nur über die Lebensqualität, sondern sie werden globale Auswirkungen haben. Eine Welt aus Dörfern, die die unerschöpfliche Energie der Sonne zur Stromversorgung nutzen, ist eine Welt mit weniger Armut, einem stabileren Klima und weniger Abhängigkeiten.
Wir haben Alternativen – und können eine saubere Energiezukunft erschaffen!


