Panikmache ist vielleicht nicht die beste Methode, um einen Wandel herbeizuführen, aber es ist beängstigend, welche Inhaltsstoffe man in Haushaltsreinigern findet. Die Zahl der Giftstoffe, die wir unter unserer Spüle und im Putzschrank aufbewahren, ist enorm, und wir denken nicht darüber nach. Verschwinden diese Giftstoffe im Abfluss, kümmern wir uns wenig um die Folgen. Das, was wir »wegspülen«, ist nicht wirklich weg – chemische Rückstände bleiben haften und gelangen ins Trinkwasser, und der große Rest fließt ins Abwasser und Grundwasser. Schadstoffe finden einen Weg zurück in unser Leben. Glücklicherweise sind immer mehr ungiftige und auch preisgünstige Produkte auf dem Markt.
Auf die Inhaltsstoffe achten!
Wir haben es nicht leicht. Die Werbung gaukelt uns tagtäglich vor, dass unsere Wohnung nicht nur sauber, sondern rein zu sein hat. Dazu stellt sie die neuesten Wundermittel aus der Chemikalienküche vor. Die Inhaltsstoffe lassen allerdings nichts Gutes ahnen, aber wer von uns kann schon auf ein abgeschlossenes Chemiestudium zurückblicken, um einschätzen zu können, was sich hinter Triclosan, Tensiden, Amylasen, Zeolithen, Phosphonaten verbirgt? Ärzte, Umwelt- und Verbraucherverbände schlagen indessen Alarm und warnen: Ein übertriebenes Maß an Hygiene verringert die Abwehrkräfte und löst Allergien aus! Unser Körper braucht anscheinend ein vernünftiges Maß an Keimen, um das Abwehrsystem zu trainieren.
Wir fragen uns, wie und mit welchen Mitteln wir Sauberkeit nachhaltig und gesundheitsverträglich erreichen. Antibakterielle Putzmittel, Duftsprays und Desinfektionsmittel geben anscheinend nur ein falsches Gefühl der Sicherheit und Reinheit.
Putzmittel im Haushalt
Händewaschen nicht vergessen
Die gute alte Grundregel hilft genauso gut wie Desinfektionsmittel. Wenn wir bei der Essenszubereitung sauberes Geschirr und Besteck verwenden, die Arbeitsflächen heiß reinigen und uns regelmäßig die Hände waschen, brauchen wir Keime nicht zu fürchten.
Putzmittel für die Küche
Als Grundreinigungsmittel reicht Neutralreiniger für die Fußböden, die Fliesen und die Küchenoberflächen, Handspülmittel und Putzalkohol helfen für leichte Verschmutzungen und zum Reinigen der Fenster, Scheuermittel beseitigt hartnäckigen Schmutz, und Zitronensäure ist ideal zum Entkalken. Eine natürliche, desinfizierende Wirkung haben Teebaumöl oder Lavendelöl. Mehr muss nicht sein!
Weniger ist mehr
Alle Reinigungsmittel sollten wir sparsam dosieren, um die Kläranlagen zu entlasten und die Gewässer zu schonen.
Antibakterielle Produkte meiden
Nur bei Infektionskrankheiten wie zum Beispiel ansteckenden Durchfallerkrankungen kann es angebracht sein, dass wir auf ärztlichen Rat hin Desinfektionsmittel einsetzen. Antibakterielle Mittel stehen sogar im Verdacht, Resistenzen gegen Antibiotika hervorzurufen.
Dauerfeuchtigkeit meiden
Feuchtigkeit bietet ein ideales Wachstumsklima für Keime. Deshalb sollten wir nach dem Kochen alle Arbeitsgeräte und Küchenutensilien gut säubern, Holzbretter heiß abspülen, abbürsten und vor allem gut trocknen lassen.
Mehrweg statt Einweg
Tücher und Lappen können wir nach dem Gebrauch trocknen lassen und regelmäßig in der Waschmaschine waschen. Bürsten werden im Geschirrspüler wieder sauber.
Achten Sie auf Umweltlabel
»Blauer Engel« und »Euroblume«
Nachhaltig waschen
Auch die chemischen Bestandteile von Waschmitteln und Weichspülern können gesundheitliche Probleme auslösen, Reste in der Kleidung können in die Haut eindringen und Reizungen hervorrufen. Gerade synthetische Duftstoffe sind in Verruf geraten. Deshalb sollten wir nach Waschmitteln Ausschau halten, die keine Duftstoffe enthalten. Auf Weichspüler sollte komplett verzichtet werden.
Zum nachhaltigen Waschen und dem Verzicht auf unnötige Chemie kommt hinzu, dass die Waschmaschine optimal beladen, das richtige Waschprogramm gewählt, das passende Waschmittel eingesetzt und vor allem richtig dosiert wird. Eine Vorwäsche können wir uns bei den heutigen Waschmitteln sparen. Weiße und bunte Wäsche werden schon bei 60 Grad sauber, nur in Ausnahmefällen (bei ansteckenden Krankheiten) ist eine Kochwäsche nötig. Statt Vollwaschmittel zu verwenden, reicht auch das Waschmittel für Buntwäsche, das weniger Zusatzstoffe enthält. Flüssigwaschmittel belasten Gewässer und Kläranlagen durch einen höheren Tensidgehalt stärker. Übrigens: Wir sollten überlegen, ob ein Kleidungsstück bereits nach einmaligem Tragen gewaschen werden muss – das Lüften tut es manchmal auch.
Möbel- und Bodenpflegeprodukte
Normalerweise werden zur Holzbehandlung Produkte auf Mineralölbasis verwendet, die aus Erdöl produziert werden und Lösungsmittel enthalten. Eine gesunde Alternative sind natürliche Pflanzenöle aus Oliven, Walnüssen, Leinsamen oder Jojoba. Sie können pur zur Pflege von unbehandelten Holzoberflächen eingesetzt werden oder dienen als Grundlage für Möbelpolitur und Bodenwachs.
Körperpflege
Shampoos, Duschgel, Seifen und deren Verpackung bestehen oft aus Erdölprodukten, die für eine ganze Reihe von Umweltproblemen verantwortlich sind. Man glaubt es kaum, aber eine normale Flasche Shampoo besteht zu fast 100 Prozent aus Erdöl, vom Inhalt über die Verpackung bis zu den aufgedruckten Buchstaben. Aber wer kleistert sich die Haut gerne mit Erdöl zu? Naturkosmetik liegt zu Recht im Trend! Naturkosmetikhersteller bevorzugen Rohstoffe aus biologischem Anbau, verwenden keine künstlichen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe und verzichten auf Tierversuche und gentechnisch veränderte Grundstoffe.
Papierprodukte
Ex und hopp! Einmalprodukte sind ja so praktisch! Aber abgesehen von unserem verschwenderischen Umgang mit Toilettenpapier, Servietten und Papierhandtüchern können wir die Augen nicht davor verschließen, dass diese Papierprodukte für weitere Umweltbelastungen verantwortlich sind. Zellstoff, der mit Chlor gebleicht wurde, belastet Luft, Wasser und Erdreich mit Dioxinen. Allerdings wird in Europa und Skandinavien bereits seit Jahren auf ein chlorfreies Verfahren gesetzt, bei dem Sauerstoffverbindungen eingesetzt werden. Dies ist an der Bezeichnung »chlorfrei gebleicht« erkennbar.
Beim Kauf von Papier sollten Produkte aus Altpapier (Recyclingprodukte) bevorzugt werden. Generell sollte man darüber nachdenken, wie viele Wegwerfprodukte man aus reiner Bequemlichkeit kauft. Inzwischen ist ein beeindruckendes Angebot von Putzutensilien zum einmaligen Gebrauch erhältlich. Diese Produkte sind zwar verlockend, weil man Zeit und Aufwand spart, doch sie verursachen extrem viel Müll.


