Sogar Peking hat seine eigene Version der südkalifornischen Stadtausbreitung importiert: »Orange County, China«, eine umzäunte Gemeinde aus Gebäuden mit mediterranem Flair, die ohne weiteres in die gleichnamige Region Kaliforniens passen würde.
An den Wachstumsmustern lässt sich tatsächlich ablesen, dass die Vorstädte einen Boom erleben: In den »ersten« Vorstädten, oder den Vorstädten des inneren Rings – die Regionen, die den großen Städten am nächsten liegen –, wohnt ein Fünftel der US-Bevölkerung, laut Angaben der Brookings Institution, und sie wachsen doppelt so schnell wie Großstädte. Neuere Vorstädte – häufig der Ort von Neuerschließungen, also ehemaliges Ackerland – wachsen wiederum doppelt so schnell wie die ersten Vorstädte.
Das heißt jedoch keineswegs, dass die Orte aufblühen. Vorstädte im inneren Ring verfallen seit dem ersten Boom nach dem Zweiten Weltkrieg zusehends. Sowohl in den inneren als auch in den neueren Vorstädten wird bei den Plänen überhaupt nicht auf Nachhaltigkeit geachtet. Weil die Vorstädte, wie auch in Europa zu beobachten, immer weiter entfernt von Stadtzentren entstehen, nutzen die Menschen verstärkt das Auto.
Viele Menschen fordern bereits verschwendeten Raum zurück und plädieren für ein intelligentes Ausfüllen von Baulücken, seien es nun Mitglieder von Initiativen zur Überwachung des Flächenverbrauchs oder einfach besorgte Gemeinden. Wir können Vorstädte erheblich aufbessern, indem wir sie dichter bebauen, Wohn- und Gewerbeviertel miteinander vermischen und den Raum innerhalb vorgeschriebener Grenzen öffnen, statt immer weiter nach außen zu drängen. Das Transportproblem ist der Schlüssel: Zugang zum Schienennetz und öffentlichen Nahverkehr wird ebenso benötigt wie Entwürfe, die den Fußgänger- und Fahrradverkehr fördern. Gleichzeitig müssten die ersten Vorstädte erkennen und bewahren, was an ihnen selbst historisch und bemerkenswert ist.
Wenn wir die Vorstadtkultur wirklich neu gestalten wollen, dann müssen wir uns um ihre sozialen Probleme kümmern. Wir müssen gesellschaftliche Modelle in Betracht ziehen, die sich nicht lediglich auf Entwürfe und Sanierung stützen. Wie können wir Menschen aus verschiedenen Hintergründen und Einkommensstufen wirklich zusammenbringen? Wie können wir die Homogenität aufbrechen? Wie können wir vielfältige, nachhaltige Gemeinden schaffen?


