Polartagung in Münster
Die Veranstaltung findet im Rahmen des internationalen Polarjahres statt, an dem sich insgesamt mehr als 50.000 Forscher mit 220 Projekten beteiligen. In Münster treffen daher
bis Freitag rund 150 Polar- und Klimaexperten zusammen, um Ergebnisse aus insgesamt 25 Expeditionen in das Nord- und Südpolarmeer zu diskutieren. Schrumpfendes Meereis und eine bislang unbekannte Artenvielfalt in der Tiefsee sind dabei ausschlaggebende Erkenntnisse.
Grönland schrumpft
Der grönländische Eispanzer verliert beispielsweise jährlich bis zu 150 Kubikkilometer Eis, was in etwa dem dreifachen Wasservolumen des Bodensees entspricht. Der Polarforscher Wilfried Korth, der mit diesem Ergebnis für Aufsehen sorgt, hält die globale Erwärmung für die Ursache der grönländischen Eisschmelze.
Bereits 2002 und 2006 führte der Forscher dort Messungen auf einer Strecke von 700 km Länge durch. Dabei konnte er nachweisen, dass die Eismasse auf dem gesamten Gebiet an Höhe verloren hatte. Die Auswirkungen der Schmelze waren 2006 selbst für die Expeditionsteilnehmer spürbar, da ein Motorschlitten in dem angetauten Schnee stecken geblieben wäre, so Korth. Aus purem Zufall hatten sich die Forscher vorab auf eine Skiexpedition geeinigt.
Packeis schmilzt auch in der Ostsee
Allerdings sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht nur in der Arktis, sondern auch in der Ostsee bereits spürbar. Diese habe laut Angaben des WWF, in den letzten Monaten den eisärmsten Winter der letzten 300 Jahre erlebt.
Auswirkungen auf das Ökosystem waren daher zu erwarten: Beispielsweise schmelzen die Schneehöhlen der Ostsee-Ringelrobben, die im Februar und März ihren Nachwuchs bekommen, früher als üblich. Somit müssen die Jungtiere ohne eine ausreichende Fettschicht in die Ostsee schwimmen und laufen nach Angaben des WWF Gefahr, im Wasser zu erfrieren. Die Organisation spricht bereits davon, in manchen Regionen könne in der Folge des warmen Winters kein einziges Jungtier überleben, da sie selbst auf dem Festland keinen sicheren Schutz finden würden. Neuartige Feinde, wie Füchse oder Adler, stellten dort eine weitere Bedrohung für die Jungtiere dar.



Rydyry schrieb am 14.03.2008 08:51
Mmmmh, hoffentlich. Leider noch eine Tierart, deren evolutionäre Weiterentwicklung von uns verbaut worden ist.
Das macht mich so wütend!
ShadowMan schrieb am 13.03.2008 00:06
Einfach nur schlimm... hoffentlich lässt sich der Schaden noch eingrenzen. Wir sollten es auf jeden Fall versuchen.