Das Gletscherüberwachungszentrum (WGMS) der Universität Zürich hat in seiner jüngsten Studie weltweit 30 Gletscher untersucht und am Ende alarmierende Prognosen abgegeben. Die Eisdecken seien zwischen der Jahren 2004/2005 und 2006/2007 doppelt so schnell geschmolzen wie in den Jahren zuvor.
Kein Ende in Sicht
Die Untersuchungen des Instituts der letzten Jahre zeigen erhebliche Veränderungen in der Dicke der Eisschichten auf der ganzen Erde. Noch in den Achtziger Jahren hatten die Eismassen pro Jahr rund dreißig Zentimeter Dicke pro Jahr verloren. Doch beispielsweise seit dem Jahr 2000 stieg der jährliche Verlust auf einen halben Meter an. Im vergangenen Winter 2007 wurde diese bisherige Höchstmarke sogar noch übertroffen: Er lag bei siebzig Zentimeter.
Für WGMS-Direktor Wilfried Häberlie ist kein Ende des folgenschweren Schmelzens in Sicht. Besonders gravierend sei die Situation im Norwegischen Breidalbikkbrea-Gletscher. Dieser ist nach WGMS Angaben im Winter 2006 um drei Meter geschrumpft.
Wie das Läuten einer Sirene
In diesem Zusammenhang mahnte der Direktor der UN-Umweltprogrammes Unep, Achim Steiner, vor der Notwendigkeit der Gletscher als natürliche Wasservorräte. "Millionen, wenn nicht Milliarden Menschen hängen unmittelbar von ihnen ab", warnte er. Nicht nur für Trinkwasser, sondern auch für Landbau, Industrie und Energieerzeugung würden die Gletscher benötigt. Wie einst Kanarienvögel im Bergbau würden die Gletscher heute vor dem Klimawandel warnen, so Steiner.
Die Natur schlägt mittlerweile also schon selbst Alarm


