Wer wirklich umweltfreundliche Lampen für die Wohnung sucht, kann bereits auf nachhaltig hergestellte Produkte zurückgreifen – in Kleinserie gefertigte Lampen aus recycelten Materialien wie Glas, Aluminium und Holz.
Außerdem können wir Energiesparlampen (Kompaktleuchtstofflampen) verwenden, die bei gleicher Helligkeit etwa 80 Prozent weniger Strom verbrauchen als normale Glühbirnen und auch noch viel länger halten. Stromsparende Niederhalogenlampen mit Infrarot-Beschichtung (IRC-Lampen) benötigen etwa 30 Prozent weniger Energie und strahlen ein warmes, gemütliches Licht aus. Bedeutende technische Entwicklungen zeichnen sich gerade bei den Leuchtdioden (LEDs) ab, die gar als Lichtquelle der Zukunft gelten. Wir können uns nicht nur zwischen energiefressenden und energiesparenden Leuchtmitteln entscheiden, wir können uns heute mit lichtlenkenden Systemen auch die Sonne ins Haus holen und eine Belichtung schaffen, die qualitativ hochwertig und umweltfreundlich ist.
Die Essstäbchen-Leuchte
Kaisla (finnisch für Schilf) ist eine Leuchte aus recycelten Materialien im Programm des finnischen Designbüros Helorinne & Kallio (www.helorinnekallio.fi). Der Designer hat sich auf einer Asienreise gefragt, wie viele Essstäbchen wohl täglich weggeworfen werden, und damit war seine Idee für einen Leuchtenschirm aus Ess- stäbchen geboren Der Leuchtenfuß ist aus wiederverwertetem Kabelführungsrohr.
Das Energieeffizienz-Zeichen der EU
Beim Lampenkauf sollten wir genau auf das EU-Label achten, das auf der Lampenverpackung aufgedruckt ist. Es kennzeichnet, wie stromsparend die Lampe ist. Die Einteilung der Effizienzklassen reicht von A für »sehr effizient« (stromsparend) bis D für »ineffizient« (strom- fresser). Das Zeichen kennen wir schon aus der Elektrogeräte-Kennzeichnung.
Der Unterschied von Lampen und Leuchten:
Leuchte (umgangssprachlich Lampe): zur Aufnahme eines Leuchtmittels (Lampe) geeigneter Gegenstand Lampe = Leuchtmittel: zum Beispiel die Glühlampe, die Halogenlampe usw.
Leuchtdioden – die Leuchtmittel der Zukunft?
Energiesparlampen, in der Fachsprache Kompaktleuchtstofflampen genannt, sind derzeit die beste Wahl für eine energieeffiziente Wohnraumbeleuchtung. Doch Leuchtdioden (Light Emitting Diodes, kurz LED) könnten sie durch die Weiterentwicklung der Technik schon bald in den Schatten stellen.
Die Lichterzeugung findet bei LEDs in einem Halbleiterkristall statt, der elektrisch zum Leuchten angeregt wird. LED-Licht enthält keine ultraviolette (UV) und infrarote (IR) Strahlung und ist dimmbar. Anders als gewöhnliche Glühbirnen haben Leuchtdioden keinen Glühfaden, der leicht durchbrennt. Deshalb halten sie erheblich länger als Standardbirnen, im Durchschnitt 50 000 Stunden. Allerdings gilt auch hier, dass zu hohe Betriebs- oder Umgebungstemperaturen die Lebensdauer verringern.
Die technische Entwicklung bei LEDs ist rasant: Lichtstärken und Energieeffizienz nehmen kontinuierlich zu. Neue Leuchtdioden erreichen bereits eine Energieeffizienz von knapp 60 Lumen pro Watt (Stand Januar 2008) und eine Lichtstärke von bis zu 250 Lumen; das ist vergleichbar mit einer herkömmlichen 25-Watt-Glühbirne. Die braucht allerdings die fünf- bis sechsfache Menge Strom.
Achten Sie einmal genau auf Autorücklichter, Ampeln und Taschenlampen! Da halten LEDs verstärkt ihren Einzug. Auch im dekorativen Bereich sind sie schon lange angekommen – denken Sie nur an die neuen Lichterketten für die Weihnachtsbeleuchtung. Für die Wohnraum- oder Bürobeleuchtung sind vor allem Leuchten mit gerichtetem Licht, Lese- oder Schreibtischlampen mehr und mehr mit den kleinen Lichtstrahlern bestückt. Und mit zunehmender Lichtstärke finden Leuchtdioden ihre Einsatzbereiche auch im Bürooder Straßenbeleuchtungsbereich.
In den nächsten Jahren werden die Leuchtendesigner ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Mit Leuchtdioden lassen sich Leuchten realisieren, die in ihrer Form, Lichtwirkung und Regelbarkeit völlig neuartig sind. Selbst die Lichtfarbe ist beim Einsatz farbiger LEDs regelbar. Leuchtdioden werden in den nächsten Jahren einen Boom erleben, und im Beleuchtungsbereich wird sich durch sie vieles verändern.
Der Markt für Hochleistungsleuchtdioden wird mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 30 Prozent diagnostiziert. Wir selbst können mit dem Kauf von LEDs ein Signal zur Weiterentwicklung geben. Bei höherer Nach- frage sinken die Produktionskosten weiter, und für die Entwicklungsländer erhöhen sich die Chancen, Leuchtdioden günstig zu erwerben
Licht auffangen und leiten
Jeder weiß, dass uns natürliches Licht guttut. Idealerweise wäre jeder Raum so konstruiert, dass möglichst viel natürliches Licht ihn erhellt. Tatsächlich aber müssen wir oft mit tristen Räumen vorliebnehmen, seien es düstere Kammern, fensterlose Büros oder Kellerwohnungen. Vollspektrumlampen sind das verbreitetste (und preisgünstigste) Hilfsmittel zur Nach- ahmung des natürlichen Sonnenlichts und seiner Vorzüge. Doch geniale Erfinder sind das Problem noch direkter angegangen und leiten Sonnenlicht durch lichtleitende Glasfasern (Lichtwellenleiter) in Möbel und dunkle Räume.
Tageslichtsysteme
Das schwedische Unternehmen Parans (www.parans.com) hat ein System entwickelt, das Sonnenlicht in Kollektoren im Freien einfängt, es über Lichtwellenleiter ins Haus transportiert und dort durch ein ausgeklügeltes Lampensystem an der Decke wieder abgibt. Eine Kombination aus verschiedenen Strahlen vermittelt den Eindruck von natürlichem Licht, das durch Bäume gefiltert wird. Indem man die Kollektoren nach der Sonne ausrichtet, geben die Lampen im Innern den ganzen Tag lang viel natürliches Licht ab, während die Sonne über den Himmel wandert.
»Energievorhang«
RE:FORM (www.tii.se) ist eines von mehreren Forschungslabors unter dem Dach des Interaktiven Instituts in Schweden. Das aktuelle Projekt des Studios, »Static!«, will mit Hilfe interaktiver Entwürfe das Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch steigern. Das Lieblingskind dieses Projektes, der »Energievorhang«, ist eine spezielle Fensterblende: Sie ist mit Stoffen durchwoben, mit denen sich Sonnenlicht auffangen und abgeben lässt. Die Jalousie speichert am Tage Sonnenlicht und gibt es in der Nacht wieder ab; sie liefert etwa so viel Umgebungslicht wie eine Lampe.
Die Entscheidung darüber, wie viel Sonnenlicht wir sammeln (das heißt, wie lange wir die Jalousie den Tag über unten haben) und wie viel gesammeltes Licht wir in der Nacht verbrauchen, vermittelt uns einen Einblick in unser eigenes Energieverhalten. Es ist eine Sache, über lokale und nachhaltige Energiesysteme zu sinnieren, aber eine andere, die Wechselwirkungen solcher Systeme zu durchschauen (wenn wir am Tag nicht daran denken, die Jalousie herunterzulassen, haben wir am Abend kein Licht) und unseren Lebensstil danach auszurichten.


